Baron Longo

Italien Südtirol

Familienwerte wie Beständigkeit, Mut und Weitblick sind das Leitmotiv von Baron Longo. Anton Baron Longo setzt als Kellermeister auf naturnahe Weine, die sich durch Milde, Noblesse und Eleganz auszeichnen. Die Weine sind nach den Vorfahren benannt – tatsächlich sind auf den Rotwein-Etiketten deren Porträts abgebildet, während auf den Weißweinen Fresken aus der ursprünglichen Familienresidenz Palais Longo zu bewundern sind. Heute werden dort die Weine gekeltert.

Die 400jährige Weinbau-Tradition der Familie Baron Longo-Liebenstein zu Wellenburg und Langenstein wird aktuell vom jungen Baron Anton Longo mit großer Hingabe und Umsicht weiterentwickelt: »Wir arbeiten in Harmonie mit der Natur und legen besonderen Wert auf die traditionelle Anbauweise. So gelingt es uns, die einzigartigen Eigenschaften der unterschiedlichen Reben zu interpretieren und das Beste aus jeder Traube hervorzuholen.« Die seit 2017 biologisch bewirtschafteten 20 Hektar Rebfläche reichen von der Gemarkung Neumarkt auf 240 m bis hinauf nach Montan in einen Naturpark auf über 1.000 m. Die geschmackliche Vielfalt des Weinsortiments ist den unterschiedlichen Böden aus Moränenschutt, Flusskieseln, Kalk und Porphyr zu verdanken, ebenso wie den klimatischen Superlativen, wo zwischen der Tageshitze und der Kühle der Nacht, vereint mit den Fallwinden aus den Bergen, tägliche Temperaturschwankungen von über 20°C durchaus die Regel sind. Dies wiederum lieben die Reben, denn nichts ist für sie schlimmer als permanenter Hitze-Stress. Und so entwickeln sie dankbar eine ganz besonders vielschichtige Aromatik, wie man sie speziell hier im Zentrum der Alpen, den Dolomiten, antrifft.

Die Basis der betriebseigenen, mehrstufigen Qualitäts-Pyramide bildet hierfür eine auf schlanke Weine zum unkomplizierten Weingenuss »ohne Reue« aufgebauten Linie »Felix Anton«, komponiert aus den besten Trauben des Etschtales. Bodenständigkeit sowie die Schönheit des Puren und Einfachen sind die Gedanken, die der junge Baron mit dieser Linie verbindet. Das »Classic«-Segment wird von reinsortigen Weißweinen, wie Weißburgunder und Sauvignon als elegante Vertreter der klassischen Südtiroler Rebsorten repräsentiert. Ganz oben an der Spitze steht selbstredend die Linie »Nobilis« mit einer hochkarätigen, an Grand Crus aus St. Emilion erinnernden Cuvée aus Cabernet Sauvignon und Merlot, die als langlebiges Spitzenerzeugnis den Familiennamen Wellenburg tragen darf. Dazu zählt auch eine Cuvée aus Chardonnay und Weißburgunder, die mit ihrer sanften Kraft und Eleganz sicherlich auch den Familiennamen Liebenstein verdient.

Das Palais Longo liegt unweit der Neumarkter Ortsmitte und erhielt im zweiten Viertel des 17. Jahrhunderts seine heutige Form. Der Name des Weingutes geht auf Johannes Dominikus Longo zurück, der im Jahr 1656 vom Tiroler Landesfürsten Ferdinand Karl in den Adelsstand erhoben wurde. Rund 120 Jahre später erwarb die Familie Longo das Weingut mit dem heute denkmalgeschützten Villnerschlössl. Der Weinbau spielte für die Familie immer eine große Rolle: Das Weingut in Neumarkt stellte neben Innsbruck und Klagenfurt einer der drei Lebensmittelpunkte dar. 1849 übernahm Felix Freiherr von Longo-Liebenstein das Südtiroler Weingut, modernisierte das Anwesen und führte mit zahlreichen Investitionen einen wirtschaftlichen Aufschwung herbei. Dessen Sohn, Anton Freiherr von Longo-Liebenstein, praktizierte als Arzt in Klagenfurt, ehe er in den 1890ern seinen Lebensmittelpunkt nach Südtirol verlegte und dort die Bewirtschaftung des Weingutes übernahm.

Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Kulturflächen des Weingutes viermal durch Hochwässer und Vermurungen schwer beschädigt. Die daraus resultierende Verschlammung verbesserte jedoch die Fruchtbarkeit der Böden und war dem Weinbau somit sogar zuträglich. Die nachfolgenden Generationen konzentrierten sich in erster Linie auf die Produktion von Maische. Von den 1950er Jahren bis 2012, als Anton Baron Longo das Weingut von seinem Vater Felix Baron Longo übernahm, wurden die Weine ausschließlich für den Eigenbedarf hergestellt. Der Name Longo wurde von der Kellerei Tramin bis 1995 für Sonderabfüllungen verwendet.

©Fotos: Baron Longo