Altesino

Italien Montalcino Toskana

Brunello: ein Wein, ein Mythos
Brunello di Montalcino ist einer der quintessenziellen Weine Italiens, ein großer Klassiker der Toskana. Und als solcher findet er unabhängig von Modeströmungen und Trends immer seine Liebhaber.

Für die Produktion des Brunello (»kleiner Brauner« – wegen der Farbe der reifen Trauben) gelten strenge Vorschriften: Er muss aus dem DOCG-Gebiet Montalcino um die gleichnamige toskanische Stadt kommen und zu 100% aus der Brunello-Traube, einer lokalen Spielart des Sangiovese, produziert werden. Der Wein darf frühestens 5 Jahre (!) nach der Ernte in den Handel kommen, muss zuvor mindestens 2 Jahre in Eichenfässern und 4 Monate in der Flasche reifen.

Um Spitzenergebnisse zu erbringen, braucht die spät reifende, anspruchsvoll zu bearbeitende Rebsorte viel Sorgfalt, eine strenge Hand und eine starke Ertragsreduktion. Gut bearbeitet zeigt der Brunello dann starke, aromatische Düfte nach Wald, Unterholz, Veilchen, Iris und Vanille, eine relativ schlanke Frucht und eine frische Säure. Er schmeckt angenehm herb, warm, tanninbetont, robust und harmonisch, mit großer Länge im Abgang. Und: Er kann sehr, sehr, sehr lange lagern.

Die hohe Qualität, der Mythos einer Wein-Legende, die lange Reife- und Wartezeit bis zum Verkauf, die weltweit starke Nachfrage und das begrenzte Angebot: All dies erklärt den Preis des Brunello di Montalcino.

Das auf einem sanften Hügel in der Nähe von Montalcino thronende, von Zypressen umgebene Weingut Altesino im historischen Palazzo Altesi nahm bei den großen strukturellen Neuerungen, die der Brunello in den vergangenen 40 Jahren erfuhr, stets eine Vorreiterrolle ein.

In den 1970er-Jahren brachte Altesino den Barrique-Ausbau nach französischem Vorbild erstmals in die Region, machte den vormals harschen Brunello elegant und leichter trinkbar, etablierte den ersten Lagenwein des Montalcino-Gebiets, sozusagen einen »Brunello-Cru«: Seither werden die Trauben aus der 5 Hektar großen Lage »Montosoli«, eines kleinklimatisch und geologisch begünstigten Weinbergs, in sehr guten Jahren getrennt vinifiziert und ergeben einen besonders komplexen und eleganten Brunello.

All diese Pionierleistungen Altesinos sind untrennbar mit Claudio Basla verbunden. Er kam als junger Mann 1972 zu Altesino, hatte keine Erfahrung in der Weinbranche, lernte aber sehr schnell und machte das 40 Hektar große Weingut im Lauf der Jahre zu dem, was es heute ist. 2002 verkaufte er Altesino an Elisabetta Gnudi Angelini, eine Pharma- und Kosmetikunternehmerin aus Rom. Sie war so klug, das operative Geschäft in den bewährten Händen von Basla zu belassen.

Altesino produziert einen klassischen Brunello, einen einfacheren Rosso di Montalcino sowie – in guten Jahren – den erwähnten Lagen-Brunello Montosoli. »Das ist ein Wein, der dich nie enttäuscht«, sagte Claudio Basla.

Der Montosoli-Weingarten war von ihm 1973 ausgepflanzt worden. Es zeigte sich bald, dass der Ziehvater des Montosoli dabei eine sehr glückliche Hand bewiesen hatte: Der von Basla ausgewählte Brunello-Klon gedeiht auf dem »Galestro« genannten, aus Schiefer, Kalk, Mergel und Ton bestehenden krümeligen Boden prächtig.
Dazu kommt: Der nach Nordwesten (!) ausgerichtete Weinberg nimmt die Sonne tagsüber wie ein Solar-Paneel auf, kühlt aber aufgrund seiner Lage nachts deutlich ab. Eine sanfte Brise an den Sonmmerabenden unterstützt den Reifeprozess der Trauben. Das Ergebnis sind Weine mit schlanker, stahliger Frucht, starken aromatischen Düften und frischer Säure. Der Montosoli, bekannt für außergewöhnliche Balance und Eleganz, war 1980, als er sein Debut auf dem Markt gab, der erste »Grand Cru« in Montalcino. Es ist nicht ein einzelner Faktor, sondern die perfekte Balance aus Exposition, Mikroklima, Boden und dem gepflanzten Brunello-Klon, die diesen Weinberg so außergewöhnlich macht. Der Montosoli liefert auch in klimatisch weniger guten Jahren sehr gute Trauben. Aber in guten Jahren sind sie von herausragender Qualität.

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Montalcino Toskana, Italien
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