Smart Wines Newsletter 2005

Als wir vor zirka 10 Jahren mit der Arbeit in unserer Agentur begonnen haben, kamen wir aus einer Phase, die mit der heutigen Marktsituation zu vergleichen Andererseits haben sich aber auchist: Eine gewisse Müdigkeit der Konsumenten, Geld für sehr gute Weine auszugeben, gepaart mit der Suche nach preiswerteren Weinen und dem Gefühl, die „Botschaft der Qualität“ gehe an den Bedürfnissen das Marktes vorbei. viele Dinge in den letzten Jahren grundsätzlich geändert. Quantitativ: Heute gibt es mehr gute und sehr gute Weine aus den klassischen und den vielen neuen Regionen dieser Welt, und sie werden von mehr Distributeuren mit qualifizierten Mitarbeitern in allen Segmenten – auch via Internet – vertrieben. Alle Marktteilnehmer im Ein- und Verkauf können und wissen heute mehr als vor 15 Jahren, und das ist sehr erfreulich! Der wichtigste Aspekt ist nach wie vor aber die Qualität der Weine. Sehen wir uns daher deren Entwicklung etwas genauer an.

… im Weingarten

Die Weinberge wurden in den letzten Jahren nach gänzlich anderen Kriterien angelegt. Ob es die Selektion der besten Klone im eigenen Weingarten ist, wie bei Elisabetta Foradori, oder die ästhetisch begeisternden Rebanlagen von Ettore Falvo in Montepulciano, oder die Sangiovese-Projekte von Carlo Ferrini in der gesamten Toskana. Überall entstehen „neue“ Weinberge, die im integrierten Pflanzenschutz oder biodynamisch bewirtschaftet werden. Die Wahl der besseren Rebunterlage, das Anpflanzen unterschiedlicher Klone in den jeweiligen Parzellen entsprechend der Bodenbeschaffenheit und dem Mikroklima – an allen „Stellschrauben“ wird gedreht, mit dem einzigen Ziel, feinere und bessere Trauben zu lesen. Im Piemont, im Kamptal oder in Valdobbiadene konnte man auf das Wissen um die besten Lagen zurückgreifen. In anderen Regionen „entdeckte“ man neue Spitzenlagen durch die einfache Erkenntnis, dass, obwohl man in allen Weinbergen dieselbe Sorgfalt anwendete, die Trauben aus dem Montosoli in Montalcino, aus der Lage Siepi oder Brancaia unterhalb von Castellina in Chianti oder dem Salzberg in Gols die grösseren Weine ergaben.

... und im Weinkeller

Die Qualität setzt sich im Keller fort. Hütete früher der Winzer sein „Geheimnis“, so tauschen heute junge, an internationalen Weinbauschulen ausgebildete Önologen ihre Erfahrungen aus, was auch die Entwicklung beschleunigt. Wird parzellenweise ausgepflanzt, so wird auch parzellenweise in kleinen hölzernen Gärständern vinifiziert – mit der Möglichkeit, jede Gärung einzeln zu beobachten, eventuell da oder dort etwas zu verändern und so in kürzerer Zeit ein komplexeres Wissen über die eigenen Möglichkeiten zu gewinnen. Nur das ergibt vielschichtige, unverwechselbare Weine! Die Auswahl der Fässer hinsichtlich Grösse, Holztyp und Alter sowie die Dauer der Reife spielen eine ebenso grosse Rolle wie die Wahl des geeigneten Verschlusses: Kork, Kunststoff oder Drehverschluss?

Pioniere

Alle Weingüter aus dem Smart-Wines Portfolio sind in dieser Entwicklung Pioniere. Bei Prunotto etwa hatte man bereits 1961 das Potential der Einzellagen erkannt und baute die Weine zunächst noch als Riserva gesondert aus. Heute gilt das Hauptaugenmerk dem grossen Nebbiolo und den Barbere aus Asti und Alba. Für die Prosecchi von Ruggeri liefern über 150 Weinbauern die Trauben aus den besten Lagen Cartizze und Santo Stefano, und man vinifiziert zu 100 % in kleinen Gärtanks, während man sich bei Juvé y Camps dem Ausbau der Cava mit den klassischen katalanischen Rebsorten widmet. Neu war auch die Konzentration auf den grossen Chianti Classico bei Castello di Fonterutoli und Castello di Brolio sowie der erstmalige Ausbau der Toplage Montosoli in Montalcino bei Altesino. Zu nennen sind ferner Gernot und Heike Heinrich, die mit dem Pannobile aus den traditionellen Rebsorten Zweigelt und Blaufränkisch mithalfen, das Burgenland in die Spitze der Rotweinregionen zu bringen. Jedes Haus geht seinen Weg, und gemeinsam setzen sie Massstäbe sowohl bei den Top- als auch – mindestens genauso wichtig – bei den einfacheren Qualitäten: Die langjährige Arbeit von Elisabetta Foradori mit dem Teroldego, die Selektion der „Madre“ für den Vin Santo und der kreisförmige Versuchsrebgarten bei Avignonesi, die spontane Vergärung der Einzellagen im Gärständer bei Fred Loimer, der elegante Pinot Grigio von Livio Felluga, der Petit Verdot bei Brancaia in der Maremma, das Perfektionieren der Cuvée aus Sangiovese und Cabernet Sauvignon bei Capezzana, und die saubere, fehlerfreie Vinifikation der süditalienischen Rebsorten Nero d’Avola bei Ajello sowie Negroamaro und Primitivo in der apulischen Masseria Li Veli.

Besser denn je

Dieser Newsletter gibt Ihnen einen Überblick über einen Teil unserer Weine: die Grossen Klassiker und die Klassiker – Weine, die es so vor 20 Jahren noch nicht gab, und die heute verlässliche Weine für die Gastronomie und besondere Anlässe sind. Die Super-Tuscans und die grossen Innovativen, die Weine für jeden Tag, die Weissen mit und ohne „bubbles“, und die Preiswerten – auch diese so etwas wie die Visitenkarte eines Hauses. Wir haben übrigens in den letzten Jahren wiederholt sogenannte Schnäppchen verkostet und dabei selten für uns akzeptable Qualitäten entdeckt. Die Begeisterung des Handels für diese Weine war wohl eher auf die niedrigen Preise als auf die Qualität zurückzuführen. Wir freuen uns auf die in den kommenden Monaten ausgelieferten Jahrgänge, denn da wird die Entwicklung der letzten Jahre deutlich. Der phantastische 2001er aus der Toskana, der hervorragende 2000er aus dem Piemont, die filigranen Weissen aus 2004 und die üppigen Roten aus 2003: Besser denn je!

Kathrin Brunath und Per Soehlke SMART-WINES GmbH