Die Blaufränkisch Boys
Junge Winzer, eine autochthone Rebsorte aus dem Burgenland und elegante, finessenreiche Rotweine

Burgund – Pinor Noir. Rhône – Syrah. Piemont – Nebbiolo. Toskana – Sangiovese. Rioja – Tempranillo. Und Österreich?

Wenn es eine österreichische Rotweinsorte gibt, die international einzigartig ist und das Potenzial für großartige Weine mit sich bringt, dann ist es Blaufränkisch. Doch das war nicht immer so. Bis in die 1980er-Jahre hinein fielen die Weine dieser Sorte eher ruppig, kantig und tanninlastig aus. Das lag wohl eher daran, dass man das wahre Wesen des anspruchsvollen Blaufränkisch nicht richtig erkannte, entsprechend mit ihm umging und ihm grundsätzlich nichts Großes zutraute.

Obwohl seit Jahrhunderten im Burgenland heimisch, stand Blaufränkisch lange im Schatten der pflegeleichteren, anspruchsloseren, häufigsten österreichischen Rotweinsorte Zweigelt. Er bekam Konkurrenz von attraktiver scheinenden, neu importierten französischen Varietäten wie Cabernet und Merlot, diente diesen manchmal als Verschnittpartner oder landete im Barrique. Alles Dinge, die nicht der Natur des Blaufränkisch entsprachen.

Dann kam der 1986er Blaufränkisch Mariental von Ernst Triebaumer, der in keiner Geschichte über die Rebsorte fehlen darf. Auch wenn der 86er im Rückblick vielleicht ein wenig verklärt wird, über die österreichische Weinszene hinaus keine große Aufmerksamkeit erregte, und stilistisch nicht mit den heutigen, finessenreichen, delikaten, kühl-eleganten Weinen von Top-Produzenten vergleichbar ist: Der 86er Mariental war insofern ein Meilenstein, als er erstmals zeigte, welche Qualität reinsortiger Blaufränkisch erreichen kann.

Eine erstaunliche, neue Gattung von Rotweinen

Der wahre Durchbruch für die Sorte und einen vollkommen neuen Blaufränkisch-Stil kam erst mehr als 20 Jahre später: Robert Parkers Wine Advocate zeichnete den Spitzenwein von Roland Velichs Kellerei Moric, Neckenmarkter Alte Reben 2006, mit 95 Punkten aus, der besten Bewertung, die bis dahin ein österreichischer Rotwein bekommen hatte. Damit rückte Blaufränkisch aus dem Burgenland erstmals ins Licht der internationalen Aufmerksamkeit.

Das Wall Street Journal schrieb: „Österreich, das für seine Weißweine berühmt ist, produziert eine erstaunliche, neue Gattung von Rotweinen“, und verglich Velichs Blaufränkisch mit Pinot Noir aus Burgund und Syrah von der nördlichen Rhône.

Inzwischen folgen Winzer der nächsten Generation den Spuren von Roland Velich und arbeiten auf höchstem Niveau an der weiteren Verfeinerung eines eleganten, finessenreichen, kühlen, schlanken Blaufränkisch-Stils.
Die genaue Herkunft des Blaufränkisch liegt im Dunklen. Er dürfte auf hochwertige Rebsorten aus dem Frankenreich Karls des Großen (ca. 800 n. Chr.) zurückgehen, die zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert in den westungarisch-pannonischen Raum gelangten, zu dem auch das erst 1921 entstandene Burgenland gehört. Sicher verbürgt ist seine erstmalige Beschreibung in einem österreichischen Rebsortenbuch im Jahr 1777. Heute gilt Blaufränkisch als autochthone österreichische rote Qualitätsrebsorte und ist mit der Registernummer 227 sogar in die offizielle Liste „Traditionelle Lebensmittel in Österreich“ eingetragen.

Unnachahmliche Weine aus dem Burgenland
Mit rund 3.000 ha macht Blaufränkisch nur etwa 6,5 % der österreichischen Rebfläche aus, mehr als 90 % wachsen im Burgenland. Und von dort kommen auch unsere „Blaufränkisch Boys“. Mit Georg Prieler, Franz Weninger und Christoph Wachter hat Smart-Wines jeweils einen der besten Produzenten aus dem Nord-, Mittel- und Südburgenland ausgewählt. Ihnen allen ist wichtig, keinen anderen Weinstil zu kopieren, sondern die Stärken der heimischen Sorte Blaufränkisch und ihrer eigenen Weinbergslagen zu nutzen, um eigenständige, unnachahmliche Rotweine zu schaffen, die es in dieser Art eben nur im Burgenland gibt.

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