Robert, Alois & Apollonia

Mit dem Pinot Noir-Cru „Apollonia“ beweist Alois Lageder, dass Südtirol für diese Rebsorte den besten Boden Italiens bietet – und dass mit der Biodynamik die besten Weine zu machen sind.

Apollonia soll beweisen: Südtirol bietet in ganz Italien die besten Voraussetzungen für hervorragenden Pinot Noir. Der Blauburgunder Apollonia ist das Ergebnis eines „Projekts mit Handschlag-Qualität“ zwischen dem Bozener Unternehmer Robert Pichler – ihm gehört der hervorragende Weinberg, in dem die Trauben wachsen – und dem Pionier des Südtiroler Qualitätsweinbaus, Alois Lageder aus Margreid, der Apollonia nach biodynamischen Grundsätzen vinifizierte.

Der Pinot Noir kam in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Frankreich nach Südtirol, macht dort zwar nur 6,5 % (ca. 350 ha) der Weinbaufläche aus, hat sich aber als Südtiroler Blauburgunder international profiliert und zu einer gesuchten Spezialität entwickelt.

Robert Pichler erwarb 2001 ein 4 ha großes Weingut in Missian bei Eppan und benannte es nach der Schutzpatronin des Ortes „St. Apollonia“. Die Weinberge erstrecken sich auf einem Moränenhügel von 450 bis 520 m Höhe in Osthanglage, der Boden besteht aus Lehm und Sand: Lage und Terroir bieten beste Voraussetzungen für einen großen Pinot Noir. Dazu tragen auch die 2003 neu gepflanzten Rebstöcke – eine Selektion der qualitativ besten Burgunder-Klone – wesentlich bei.

Mit der Neupflanzung der Reben entschied sich Pichler auch, die Weinberge biodynamisch zu bearbeiten (seit Juni 2009 ist der St. Apollonia-Weinhof Demeter-zertifiziert). Er wandte sich nach einem Intermezzo mit verschiedenen Traubenabnehmern 2008 schließlich an jenen Winzer im Land, der über die längste Erfahrung und das meiste Know how in Bezug auf Qualität und Biodynamik verfügt: Alois Lageder. Zudem beweist dieser mit dem Krafuss seit mehreren Jahren sein Gespür für Pinot Noir in Vollendung. Die Rebsorte ist eine „Primadonna“, die hohe Ansprüche an Boden, Kleinklima, Erfahrung, Wissen und Sorgfalt des Winzers stellt: Bei Alois Lageder ist Apollonia also in besten Händen. 

Der erste Jahrgang (2009) dieses Blauburgunders kommt im September 2011 auf den Markt.

Der sanfte Revolutionär

Biodynamik, Ökologie, Kunst: Alois Lageder ist seit 30 Jahren Pionier des Weinbaus in Alto Adige. Die Biodynamik ist der logische Höhepunkt auf seinem jahrzehntelangen Weg als Pionier des ganzheitlichen und nachhaltigen Weinbaus in Südtirol. „Die biodynamische Landwirtschaft ist die konsequenteste Form des natürlichen Arbeitens im Weinberg, da sie die Gesetze der Ganzheitlichkeit in der Natur respektiert und damit die Rebe, die Erde und den Kosmos vereint und in ihr natürliches, biologisches Gleichgewicht bringt“, sagt Alois Lageder, der sich schon seit vielen Jahren mit naturnahem Weinbau beschäftigt.Die Weinberge im Eigenbesitz des Weingutes werden biodynamisch bewirtschaftet, seit 2009 sind auch die Weine als solche gekennzeichnet und nun unter dem Label Tenutae Lageder zusammengefasst, während die Marke Alois Lageder jene Weine vereint, die hauptsächlich von Trauben aus integriertem Anbau bei Partnerbetrieben stammen.Alois Lageder, ein sanfter, umgänglicher, dabei entschlossener und konsequenter Mann, ist seit 30 Jahren Avantgardist: Er forcierte den Qualitätsweinbau bereits in einer Zeit, als noch der aus dem Massenträger Vernatsch produzierte Kalterersee das Aushängeschild Südtirols war. Er stellte in den 1980er-Jahren (damals eine Revolution!) die mengenorientierte Reberziehungsform der traditionellen „Pergel“ (Pergola) auf moderne Drahtrahmen um.Von Robert Mondavi inspiriert ließ Lageder 1983 erstmals in Südtirol Wein im Barrique reifen. Und er bahnte mit dem 1985er Chardonnay Löwengang dem Südtiroler Wein, bis dahin nicht eben ein Synonym für höchste Qualität, den Weg zur internationalen Beachtung.Heute produziert Südtirol eine Reihe von markanten, eigenständigen, regionstypischenWeinen, die es in dieser Art kein zweites Mal gibt. „Unsere Region ist der Weißweinspezialist Italiens, mit interessanten roten Begleitern wie Cabernet Sauvignon oder Pinot Noir sowie regionalen Spezialitäten wie Lagrein und Vernatsch“, sagt Lageder.300 Tage Sonne im Jahr, der mediterrane Klimaeinfluss aus dem Süden, die klare Luft der Berge, Hang- und Steillagen bis in 900mHöhe, heiße Tage, kühle Nächte: Das begünstigt den Eigencharakter der Weine von Alto Adige, wie das Land seit 1919 heißt. Lageder: „Sie verbinden die Finesse und Eleganz des Nordens mit der Fülle und Kraft des Südens.“Aus der Vision, mit natürlichen Ressourcen verantwortungsvoll umzugehen, energiebewusst und umweltschonend zu wirtschaften, sowie für Mensch und Wein ein gesundes, ästhetisches Umfeld zu schaffen, entstand Mitte der 1990er-Jahre nach ökologischen und baubiologischen Kriterien der innovative Neubau des Weingutes Ansitz Löwengang, kombiniert mit einem alternativen Energiekonzept und einer sanften, trauben- und weinschonenden Technologie im Keller.

Das ganzheitliche Konzept Lageders umfasst auch die Förderung zeitgenössischer Kunst-, Kultur- und Musikprojekte auf dem Weingut. „Kunst ist für unsere Arbeit eine wichtige Inspiration“, so Alois Lageder. Und das schmeckt man auch.

 

Alois Lageder

Margreid – Südtirol – Italien
www.aloislageder.eu