Zwischen den Zeilen

Gernot und Heike Heinrich aus Gols im Burgenland: zehn Jahre Biodynamik, das zukunftsweisende Projekt Leithaberg und die neuen, etwas anderen Weine der Serie „Freyheit“.

Argwöhnisch beobachtet von einem Falken, der in den Ästen einer alten Eiche sitzt, sticht der Winzer den Spaten vorsichtig in den Boden zwischen den Rebstöcken, formt mit bloßen Händen aus der feuchten Erde einen Klumpen, bricht ihn entzwei und nimmt den frischen Duft der Erde tief in sich auf. Ein Ausdruck von innerer Zufriedenheit huscht über sein Gesicht: „Herrlich!“

Es scheint, als hätte Gernot Heinrich aus Gols hier in der Riede „Alter Berg“ nordwestlich des Neusiedler Sees seine „raison d’être“, seinen Daseinszweck, seine Bestimmung, sein Lebensprojekt gefunden. Es scheint, als hätte dieses Fleckchen Erde mit seinem enormen Potenzial für großen Blaufränkisch jahrzehntelang im Dornröschenschlaf gelegen und nur darauf gewartet, endlich geweckt zu werden.

Projekt Leithaberg

Der sanft nach Südosten abfallende Rebgarten „Alter Berg“ ist von der Natur begünstigt: Die hohe Lage (bis 280 m) und die Nähe von Eichen- und Buchenwäldern am Hügelkamm sorgen für ein relativ kühles Mikroklima. Niederschlag und Feuchtigkeit sind ausreichend, der mineralreiche, vorwiegend aus Kalk und verwittertem Kalksandstein bestehende, gut durchwurzelte, belebte Boden bietet beste Voraussetzungen für Blaufränkisch – die genuin österreichische Qualitätsrotweinsorte schlechthin.

„Alter Berg“ ist das Herzstück des Leithaberg*-Projekts von Gernot und Heike Heinrich, zu dem weitere hervorragende Einzellagen wie etwa Edelgraben, Goldberg, Weiern oder Lehmgruben gehören: Namen, die man in Zukunft wohl öfter hören wird.

2007 erwarb das Winzerpaar in der Nähe der Ortschaften Breitenbrunn und Winden seinen ersten Weinberg am Leithaberg, dem östlichsten Ausläufer der Alpen. Mittlerweile bewirtschaften die Heinrichs hier auf der Westseite des Neusiedler Sees bereits rund 50 ha, mehr als die Hälfte ihrer Gesamtfläche. Während ein Teil der Weinberge bereits die volle Ertragsfähigkeit erreicht hat, werden andere, vor kurzem erworbene, behutsam und landschaftsschonend neu angelegt, terrassiert und bepflanzt – vor allem mit Blaufränkisch, da und dort, an passender Stelle, auch mit Weissburgunder oder Chardonnay.

Raine und Böschungen mit Rosen-, Haselnuss- und Brombeersträuchern sowie der alte Baumbestand blieben erhalten, Kirsch- und Nussbäume wurden neu gepflanzt. Auch ein aufwendiger Begrünungsversuch mit Wildsamen wurde gestartet, um die Biodiversität in den Weingärten zu fördern.

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