Bio-Wein: quo vadis?

Anmerkungen zum Bio-Weinmarkt in Deutschland und Österreich: Entwicklungen, Trends, Preisgefüge, Kaufverhalten, Konsumentenprofile.

Vortrag am Istituto Agrario di San Michele, 5. November 2012, Per Soehlke, Smart Wines, Köln.

Heute werden viele der weltweit besten Weine biologisch produziert. Das war nicht immer so. Noch Anfang der 1990er-Jahre waren Bio-Weine häufig mit dem Image minderer Qualität behaftet. Häufig genug zurecht. Denn viele der Bio-Pioniere waren zwar begeisterte Ökologen, aber ihre sensorischen und kellertechnischen Fähigkeiten hielten oft nicht mit ihren Ambitionen im Weingarten Schritt: Die Qualität von Bio-Weinen war bis auf wenige Ausnahmen – etwa der Nikolaihof im niederösterreichischen Mautern – tatsächlich wenig überzeugend.

Gleichzeitig wuchs eine Generation von gut ausgebildeten Winzern heran, die konventionell, aber kellertechnisch perfekt arbeiteten, hervorragende Weine produzierten, den Geschmack der Zeit und der anspruchsvollen Weintrinker trafen und sich so einen guten Namen machten. Bald, nachdem sie die Qualitätsspitze erklommen und sich dort etabliert hatten, begannen einige dieser Winzer nach Möglichkeiten zu suchen, ihr Profil weiter zu schärfen, einzigartige und authentische Weine zu machen. Auf ihrer Suche gelangten sie buchstäblich „zurück zu den Wurzeln“, also in den Weingarten – zum biologischen bzw. biodynamischen Anbau.

Aus den primär kellertechnisch orientierten wurden weingarten- und terroirorientierte Winzer, die ihren Weinen buchstäblich mehr „Leben und Seele“ einhauchten.

So wurde der biodynamische Anbau für eine vorerst kleine Gruppe von Winzern zur Grundlage für einen unverwechselbaren Stil, stärkere Identität und verbesserter Qualität. Heute produzieren Biodynamiker auf gesunden Böden aus vitalen Reben regions- und sortentypische, weinguts-individuelle Weine höchster Qualität.

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